PETER REIN

 
 
 
 
   
Peter Rein Regie Intendanz Intendant Coaching

Peter Rein

Schauspieldirektor am
Theater Erfurt
von
1996-2001


1997
(während Proben zu Hamlet)

 

 

Peter Rein Regie Intendanz Intendant Coaching

Schauspieldirektor am Theater Erfurt 

1996-2001



Von Michael Plote / Freies Wort vom 07.08.1996 und Weimar Kultur Journal 9/1996

Fragen nach dem Sinn stellen

Der Regisseur Peter Rein ist neuer Oberspielleiter am Schauspielhaus Erfurt

"(...)In der letzten Spielzeit gelang es ihm, damals als Gastregisseur, mit Goldonis "Der Fächer" einen der wenigen, Publikum und Kritik gleichermaßen überzeugenden theatralischen Lichtblicke von der Erfurter Schauspielbühne auszusenden.(...)Priorität wird für den jungen Schauspielchef die kontinuierliche Arbeit mit dem Ensemble haben, "wir wollen zusammen einen Weg gehen, der Anspruch ist sehr hoch". Er möchte dem Ensemble das Gefühl geben, dass dessen Arbeit Sinn macht. Dazu bedarf es einer gewissen Stabilität an Qualität. Schließlich sei es "eine Frage der Qualität, um wieder Zuschauer zu gewinnen". Soviel Anfang und Anspruch zu Beginn einer neuen Spielzeit war lange nicht am Erfurter Schauspiel."

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Mit 33 Jahren übernahm ich damals die Spartenleitung am Theater Erfurt.
Die Situation war relativ schwierig. Das Schauspiel rang in den Jahren nach der Wende deutlich um Bedeutung und Relevanz beim Publikum. Wo es doch kurz zuvor - in der Wendezeit - als Meinungsbildner, Sprachrohr und als der Hort der Subversivität galt.

Mit meiner Arbeit habe ich versucht das Ensemble wieder in seinem Selbstvertrauen zu stärken, das Publikum - das sich weniger durch gewagte Spielpläne oder außergewöhnliche Experimente, als durch die veränderte Lebenssituation, aber auch durch manch Versäumnis des Theaters, vom Theater abgewandt hatte - wieder zurückzugewinnen. Wieder für ihr Erfurter Theater zu begeistern.
 Und während der Saal bei der ersten Premiere, die ich in Erfurt miterleben durfte, gerade mal zur Hälfte gefüllt war - habe ich mich von dort mit meiner letzten Inszenierung "Faust 1" mit einem stets ausverkauften Haus verabschiedet.

Tragisch ist, dass die Sparte Schauspiel ein Jahr nach meinem Wechsel nach Ingolstadt, von der Stadtspitze ohne Not abgewickelt wurde. Der Preis für die neue Oper?
Und so ist heute Erfurt, die Landeshauptstadt Thüringens, seither die einzigeLandeshauptstadt Deutschland ohne Schauspielsparte. Die Kosten für den Betrieb der neuen Oper haben längst den damaligen Etat von Oper und Schauspiel überstiegen.
 
 Zu wünschen wäre, dass jenseits der Fusionsgedanken mit dem nahegelegenen Weimar, die Verantwortlichen wieder den Mut und den Willen zur Komplettierung ihres so wunderbaren Theaterneubaus hätten: mit dem Schauspiel Erfurt.
 
Wichtige Partner während meines Engagements am Theater Erfurt waren im Schauspielensemble so wunderbare Kollegen wie Matthias Winde, Sven-Erik Just, Karl-Heinz Krause, Karsten Kramer, Heike Pfeiffer, Jürg Wisbach, Viktoria Voss, Janine Kress, Gregor Trakis und Wolfgang Kaiser...
Viel zu verdanken habe ich den beiden Ausstattern Carolin Mittler und Peter Brower, die in dieser Zeit meine wichtigsten Arbeits- und Gesprächspartner waren.




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