PETER REIN

 
 
 
 
   
Peter Rein Regie Intendanz Intendant Coaching

art company | project

Tänzerinnen
Tänzer
Schauspielerinnen
Schauspieler
Luftartisten
Zauberkünstler
Pantomimen
Sänger
Sängerinnen
Perfomance-Künstler
 

art company | project

-ist ein Verbund aus höchst verschiedenen Künstlernverschiedenster Kunstgattungen.
-ist eine Stückentwicklung
-ist ein kreativer Gruppenprozess
-meint die Beschäftigung mit heutigen sozial relevanten Themen
-lebt von der Spannung der professionellen Zusammenarbeit der Künstler unterschiedlicher Genres
  

Interesse?

 

 

Peter Rein Regie Intendanz Intendant Coaching

art company | project

Wir sind ein Verbund aus Künstlern verschiedener Gattungen (SchauspielerInnen, ArtistInnen, TänzerInnen und SängerInnen und MusikerInnen).

Wir haben uns mit der Idee zusammengefunden, aus den manches Mal sehr unterschiedlichen, Kunstformen eine neue Verbindung zu schaffen. Tanz, Theater, Artistik - ihre Berührungspunkte zu erforschen, ihre theatrale Spannung auszuloten und damit eine neue Form zu kreieren, die über das konventionelle Varieté hinausgeht. Wir interessieren uns thematisch für Fragen der Soziologie. D.h. wie wollen wir zusammenleben? Wie oder wohin kann sich unsere Gesellschaft entwickeln?

Die beiden größeren Themenblöcke zu denen wir gerade recherchieren und erste Workshops veranstaltet haben, nennen sich CREATIVE LOVING und CREATIVE MONEY.

Während sich CREATIVE LOVING mit Paarbildungsstrategien im 21. Jahrhundert bzw. Liebe, Sexualität und neuen Formen des Zusammenlebens beschäftigt, befragt das Projekt CREATIVE MONEY den Zusammenhang von Glück und Reichtum, wirft Fragen nach der Notwendigkeit von Geld auf und will Alternativen im Umgang mit Geld aufzeigen - spielerisch: CREATIVE MONEY.


 

Hier die Projektbeschreibung zu CREATIVE LOVING:

CREATIVE LOVING

TREUE - DAS EWIGE IDEAL
Fast alle Menschen fordern Treue in der Partnerschaft. Doch sozialwissenschaftliche Studien zeigen, dass es damit in der Wirklichkeit nicht weit her ist....
EVOLUTIONSBIOLOGEN SAGEN: Monogamie ist nicht natürlich - Treue eine kulturelle Leistung.....
EWIGE LIEBE - Was Paare unzertrennlich macht.....

Das Soziologen-Ehepaar Ulrich Beck/Elisabeth Beck-Gernsheim schreibt in seiner Einleitung zu seiner Untersuchung: „Das ganz normale Chaos der Liebe“:
„Mit fortschreitender Modernisierung vermehren sich in allen gesellschaftlichen Handlungsfeldern die Entscheidungen und Entscheidungszwänge. Dies gilt auch für die Beziehung zwischen Frau und Mann: Wer wann den Abwasch macht, die Schreihälse wickelt, den Einkauf besorgt und den Staubsauger herumschiebt, wird ebenso unklar, wie wer die Brötchen verdient, die Mobilität bestimmt und warum eigentlich die schönen Nachtseiten des Bettes immer mit dem qua Standesamt hierfür vorgesehenen, angetrauten Alltagsgegenüber genossen werden sollen dürfen. Ehe läßt sich von Sexualität trennen und die noch einmal von Elternschaft, die Elternschaft läßt sich durch Scheidung multiplizieren und das Ganze durch das Zusammen- und Getrenntleben dividieren und mit mehreren Wohnsitzmöglichkeiten und der immer vorhandenen Revidierbarkeit potenzieren. Aus dieser Rechenoperation erhält man rechts vom Gleichheitszeichen eine ziemlich umfängliche, selbst noch im Fluss befindliche Ziffer, die einen leichten Eindruck über die Vielfalt von direkten und mehrfach verschachtelten Schattenexistenzen vermittelt, die sich heute hinter den gleichgebliebenen und so treuen Wörtchen Ehe und Familie immer häufiger verbergen.“
 
Der Ausgangspunkt, nämlich die wirtschaftliche und soziale Basis auf der sich heute Paare zusammenfinden, ist der, dass die Industriegesellschaft, um zu funktionieren die klassische Versorger-Ehe notwendig gemacht hat. Nun, in veränderten ökonomischen Verhältnissen, mit sich verändernden Produktionsbedingungen sind andere Lebensformen möglich und / oder notwendig?
 
 
CREATIVE LOVING ist eine interdisziplinäre Arbeit (bestehend aus Tanz, Schauspiel, Gesang und Artistik) über potentielle Liebes- und Lebensformen im 21. Jahrhundert.
In der Form der Stück- und Textentwicklung soll auf theatrale Weise ein sich stark veränderte Lebensform (Patchwork-Familie, Polyamorie, Nesting uvam.) der Paar- und Familienbildung untersucht werden. Ein gewissermaßen altes Phänomen - das, der sogenannten „romantischen Liebe“ - soll unter neuen, veränderten soziologischen Gesichtspunkten beleuchtet bzw. in Frage gestellt werden.
 
 

Dass das Thema - mit all seinen „Verästelungen“ (wie z.B. Treue und Monogamie) von heutiger, gesellschaftlicher Relevanz ist, belegen nicht nur der SPIEGEL Titel 52/2011 oder der ZEIT Titel Nr. 15 von 7.4.2011, und Neuerscheinungen auf dem Buchmarkt wie Illouz „Warum Liebe weh tut“, sondern auch das grosse öffentliche Interesse, auf das soziologische Langzeitstudien (wie von pairfame/ München) über Paar-Verhalten stoßen. Das Thema ist in Berlin, Deutschlands größter lebendiger Single-Börse und Deutschlands größter Dichte alternativer Lebensformen, durchaus von Relevanz.
Der formale Aspekt ist mindestens so interessant: In der deutschen Theaterlandschaft ist die Verbindung verschiedener Kunstgattungen relativ unüblich. Während bisher im deutschen Stadt- und Staatstheaterwesen die Gattungen meist getrennt voneinander arbeiten, streben wir ein „neue Marke“ an: Die Verbindung von Theater, Performance und Varieté.
In Berlin finden sich auf kommerzielle Ebene der „Wintergarten“ und das „Chamäleon“ als Vertreter des Genres „Varieté“ Allerdings, und das ist das - in unseren Augen - Unbefriedigende, meist nur als loses Nummernprogramm - ohne eine theatrale, gesellschaftliche Botschaft bzw. Relevanz. Wir streben eine Symbiose aus gesellschaftlichen Denkanstoß und Entertainment an. Der experimentelle Charakter unseres Projekts findet sich auf inhaltlicher wie formaler Ebene. Wenn es gelingt eine sinnhaftige Verbindung zwischen den einzelnen Kunstgattungen herzustellen, wäre das auch kulturpolitisch für die Stadt Berlin und für die diversen Künstler ein wichtiger Schritt.
 
Die Idee entstand aus der Zusammenarbeit mit Artisten in den Produktionen „Blues Brothers“ und „The Rocky Horror Show“ und „LOVE - The Beatles“ im Rahmen von Inszenierungen am Theater Ingolstadt. In jeder der drei Inszenierungen fand eine fruchtbare Zusammenarbeit von Tänzern, Sängern, Schauspielern und Artisten statt.
Die Sehnsucht der Artisten nach einer Einbindung in einen dramatischen Handlungsablauf, die Neugierde und Freude der Schauspieler an der Zusammenarbeit mit Artisten, war ausschlaggebend für die Idee für eine Inszenierung: wie könnte man eine starke Verbindung zwischen Theater (Tanz, Schauspiel und Gesang) und Varieté herstellen? Im Vordergrund steht die Lust auf das Experimentieren mit Kunstgattungen, die bisher relativ getrennt voneinander agierten.
 
Das Projekt soll in seiner Erscheinung kein klassischer Musical-Abend und keine klassische Varieté-Show werden, und soll sich in seinem Angang in Rauheit und Authentizität von gängigen Musical-Produktionen unterscheiden.
Relativ wichtig ist formal die Multilingualität der Beteiligten (Native-Speakers: französisch/spanisch/englisch/portugiesisch/deutsch);
Es wird in einer Collage, ein „Setzkasten“ aus verschiedenen Lebensmodellen entworfen. Durch Sprechszenen, performative Theaterformen und Songs (die nicht ausschließlich) fabeldienlich sind, wird ein Kaleidoskop heutiger Liebes-Konflikt-Bilder generiert. Anhand verschiedener durchgängiger Charaktere werden in der Manier von „Short-Cuts“ unterschiedliche Lebens-Liebes-Entwürfe vorgestellt und befragt. Dabei geht es sowohl um eine wirkliche oder eine erspielte (heißt: da wir ja alle Forscher und
Forschungsgegenstand gleichermaßen sind) Realität. Wer spricht da: Experten und Laien des Themas gleichermaßen: Um ein Etikett zu verwenden: eine stark variierte Variante von „Rimini-Protokoll“.
Um dem eingangs angesprochenen Thema „Freiheit und/oder Liebe“ beispielhaft noch ein paar Fragestellung hinzuzufügen:
„Sexualität“ - Alles ist möglich? Noch wie war die Gesellschaft so liberal wie heute. Noch nie war Sexualität so leicht verfügbar, so leicht konsumierbar. Heißt das, im Gegenzug, dass wir tatsächlich alle so viel mehr Sex in unseren Beziehungen haben, dass wir soviel mehr Sex außerhalb unserer Beziehungen haben? Wie ist es darum überhaupt bestellt? Sind wir mittlerweile alle Flirtkünstler und wahre Meister der Kunst der körperlichen Liebe? Alle reden darüber - aber keiner tut´s? Themen wie Markt, Entmystifizierung der
 
Liebe, die allgemeine Unbeholfenheit der Kontaktaufnahme, all diese Themenkreise spielen in dieses Thema hinein. Sind sicher auch nicht ganz ohne Humor zu betrachten? Und gleichermaßen steckt darin enormes Spielmaterial.
„Der neue Mensch“?
Wird der Mensch glücklicher sein, wenn es im gelingt, Sexualität von Fortpflanzung und diese wiederum von Liebe zu trennen mittels einer Veränderung des genetischen Codes des Menschen. Wird es weniger Aggression, weniger zerstörerisches Drängen auf dieser Welt geben? Oder ist der Akt der körperlichen Verbindung zweier Menschen nicht etwas liebevolles, zärtliches und verbindendes? (Vgl. „Elementarteilchen“ von Michel Houellebecq).
Und als eine Spielart dieses Themenfeldes: Polyamorie. Wie weit ist das Experiment gediehen? Wo stehen wir heute? Welche Erfahrungen haben die „Teilnehmer“ dieses Lebens- und Liebesentwurfs gemacht?
„Liebe als Religion“? Die Mystifizierung der Liebe als eine neue Ersatzreligion, die den Planeten, die Menschheit retten wird...die Liebessucht, und die schier getriebene Suche nach einem Gegenüber. Was ist das was uns zueinander treibt - trotz immer wieder schlechter Erfahrungen? Was lässt uns Einsamkeit, Singularität beinahe nicht ertragen?
 
Nach einer mehrmonatigen Recherchephase und einer mehrwöchigen Probenphase in Berlin soll das Projekt zur mehrmaligen Aufführung in Berlin (geplant Ballhaus Rixdorf) kommen.
 

 
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